Dienstag, 29. März 2011

PSALM 127

Arbeit ist Unsinn


Arbeit ist Unsinn, umsonst ist das Bauen.
Es sei denn, der Herr baut das Haus.
Unsinnig behütet Besitzung und Stadt,
wer des Herrn Versicherung und Schutz nicht hat.
Unsinn ist euer Frühaufstehen, Fleißeinsatz,
Besorgtsein ums Brot!

Seinen Lieblingen nämlich schenkt er's im Schlaf !

Montag, 28. März 2011

auch ich putze im frühling...

... und öffne kästen, ordne dies und das, um mich sogleich am sofa wiederzufinden, wo ich alte fotos ansehe und mich erinnere...

zum beispiel an tante madelaine.

eine temperamentvolle, heitere, starke frau.
ich liebte sie heiss und innig, auch deshalb, weil sie zu jenen gehörte, die mich nicht herumgezogen haben, also nicht er-zogen, da war kein zerren und schubsen, sondern akzeptanz und so-sein-lassen.
vielleicht gerade deswegen lernte ich viel gutes von ihr.

ursprünglich war sie koloratursopran, wechselte dann ins fach der soubrette, aber dann kam das jahr 1938 und vieles änderte sich in ihrem leben.
vieles.
vorbei wars mit den reisen, mit dem guten leben im wiener stadthaus, aber anpassungsfähig und geschmeidig wie sie war machte sie das beste daraus.

im wienerwald gab es das ferienhaus ihres vaters, das blieb verschont, die abgeworfenen bomben verfehlten das anwesen, ich spielte urgern am teich im wald...



sie liess sich irgendwann im krieg scheiden, pflegte aber weiterhin ein freundschaftliches verhältnis zum vater ihrer tochter.
dann heiratete sie onkel lois.
der war 8 jahre jünger als sie, ein geiger im innsbrucker orchester, der ganz kurz vor ende des grossen krieges seinen linken arm verlor.
sie beschlossen, bauern zu werden.
seltsame, künstlerische menschen, die während der stallarbeit sangen und dirigierten, klassische musik den kühen vorspielten, allen tieren ausgefallene namen gaben und sehr darauf achteten, dass jedes geschöpf genug platz und glück erfuhr.
nur der besonders hübsche und freundliche stier durfte gebracht werden, damit die kälbchen ordentlich gerieten.
jeder tag war für mich ein abentuer, ich fieberte den ferien entgegen, weil meine eltern ohne kinder verreisten, die bei tante madelaine gut untergebracht waren.

madelaine und lois liebten einander heiss, aber es wurde unglaublich viel gestritten, immer ohne ernsthafte konsequenzen, immer mit theatralischen versöhnungen, immer spannend für uns kinder.
wie ein mäuschen verhielt ich mich bei den hitzigen diskussionen, damit nicht bemerkt wird dass ich mit leuchtenden augen zuhöre.

ihr lieblingsthema waren einerseits madelaines "unbarmherziges" verhalten, wenn lois in depressionen verfiel und seine geige auf den schreibtisch legte, andererseits lois "schreckliche forderungen", den verkauf von madelaines grundstücken in wien zu verlangen, damit das gut die nötigen baulichen veränderungen erfuhr.
selbstredend liess lois die depressionen sein und madelaine verkaufte "die gründe in wien."

sie lebten ein langes, gutes leben.
mit vielen höhen und tiefen.
sehr lebendig, sehr ehrlich, mit viel musik.

Sonntag, 27. März 2011

echt toller film !

"DIE KRAFT DES NEGATIVEN DENKENS"

Freitag, 25. März 2011

hart an der grenze...

das elfenhäuschen liegt ja im dreiländereck österreich/tschechien/slowakei.
soweit so gut.

ab und an kommen slowakische schrotthändler mit ihrem alten alten auto samt rostigem anhänger vorbei und fragen nach altem eisen.
heute morgen, ich wühlte im vorgarten in der erde, blieben sie stehen.
ich kenne sie schon, liebe, freundliche männer, die wissen was sich gehört. mit guten augen und lustigem mund.

ja, ich hab was für sie. der alte ofen des vorbesitzers steht noch im schupfen. brauchbar, alt aber gut, ein "meller" mit gut 100 kg, für mich ein unbewegliches sorgenkind...

sie wuchteten ihn auf ihren anhänger, ich war ganauso froh wie sie, wir scherzten, plauderten, tranken noch kaffee.
dabei erklärte ich ihnen noch die bedeutung meines (eisernen) ganesha, der ihnen gefiel.

ein polizeiauto fuhr vorbei.
"hast du problema, madame ?"
nein, nein, alles ok, passt!

denkste.

das auto hielt. 2 uniformierte stiegen aus.
der eine, ein hiesiger, verschämt und peinlich berührt.
der andere, ein neuer, straff und mit ordnungshüter-blick.

ich stellte mich vor, sagte den herren, dass ich froh sei meinen ofen verschenkt zu haben, bedankte mich nochmal bei den slowaken, dachte, damit ist die sache gegessen, aber nein.

bitte gehts noch?
der django belehrte die freundlichen nachbarn, puh, aber WIE, und dann kassierte er euro 20,-- von ihnen, weil sie den schlüssel im geparkten auto steckengelassen haben.
den der django in seiner uniform-jacke hatte.

bitte gehts noch?
ich entschuldigte mich.
geschämt hab ich mich auch und brachte das auch zum ausdruck.

hart an der grenze fand ich das und sagte das auch.

immerhin war dem neuen dann seine handlung bissi peinlich.
der hiesige hat sowieso gelitten.

Donnerstag, 24. März 2011

:)

Sonntag, 20. März 2011

genug ist genug

so.
geärgert, empört, verunsichert, gejammert, das war.

jetzt kommt

eierkuchen
frühling
heiterkeit.

jawohl.

Samstag, 19. März 2011

lesenswert

"EMPÖRT EUCH !"

von Stephane Hessel
Ullstein-Verlag

Die französische Originalausgabe erschien 2010.

Stephane Hessel wurde 1917 in Berlin geboren.

Donnerstag, 17. März 2011

empfehlung

bei elisabettaA1 - morgen ist alles anders. twoday.net - (und youtube) gibt es einen hochinteressanten film zu sehen:

"kaufen für die müllhalde"

Montag, 14. März 2011

soulfood

.......
.......
.......


"Denn wären Sie nicht wegen Ihrer Liebe zu Fräulein Kunigunde mit wuchtigen Fußtritten in den Hintern aus einem schönen Schloß verjagt worden und nicht in die Hände der Inquisition geraten, hätten Sie nicht Amerika zu Fuß durchwandert, dem Baron einen tüchtigen Degenstich versetzt und nicht alle Ihre Hammel aus dem schönen Lande Eldorado verloren -- dann würden Sie jetzt nicht hier kandierte Zedratfrüchte und Pistazien essen." - "Sehr richtig", gab Candide zu, "aber wir müssen unseren Garten bestellen."

(Voltaire, Candide oder der Optimismus)

Sonntag, 13. März 2011

Lao Tse

"Willst du die ganze Welt besitzen?
Glaubst du, dass du die Welt verbessern kannst?
Ich glaube nicht, dass das möglich ist.
Das Universum ist heilig, so wie es ist.
Du kannst es nicht besser machen.
Wenn du es versuchen würdest,
du würdest es zerstören,
und wenn du versuchst,
es festzuhalten und zu besitzen,
dann wirst du es verlieren."

Freitag, 11. März 2011

vom siegen.

nu, ich bin nimmer 20.
ja, quasi am arsch der welt in einem elfenhäuschen zu logieren gefällt mir.
die ruhe in dieser seltsamen "hintaus-strasse" geniesse ich.

der enkel von schräg vis a vis, der kein richtiger enkel ist, sondern der ex von der echten enkelin, die sich aber um die oma nicht kümmert, was der unechte enkel - also der ex von der wirklichen enkelin - schon tut, also dieser junge, sehr junge, mann, dessen namen ich nicht mal weiss, jo der macht grad aus einem schrottreifen haufen ein auto.

weil er den stadl der oma, die nicht wirklichlich seine oma ist, benutzen darf.
dieser stadl befindet sich schräg vis a vis des elfenhäuschens.

die aktivität dieses falschen enkels zieht junges volk an.
es werden täglich mehr.
die stereoanlage ist verdammt gut.
die mopeds zahlreich.
fahrräder nicht zu knapp liegen am strassenrand.
schwarz gekleidete junge menschen, eher traurig wirkend, lärmen.

die nachbarInnen, eher in meinem alter, eher anders gestimmt, eingeborene vom guten alten schlag, suchen meinen kontakt.

ich agiere als beschwichtigende mediatorin.
(weil ich es amüsant finde, wie südländisch es auf einmal hier ist !)

aber nach einem anstrengenden nachtdienst, mit anschliessender supervision, dann noch ein mitarbeiterInnn-gespräch führen wollend/müssend, um zu später stunde im nahen ausland im casino zu gewinnen, also: am nächsten tag war ich groggy.
logo.

nachmittags dann, unlieb aus den schlaf geholt durch aufheulende moped-geräusche, wallte mein italienisch-polnisches blut hefitg, ja und ich stürzte auf die strasse.

schreiend.
im bademantel.
"gusch! i wü schlofn! und merkts eich des: i bin ka deppate oide, i bin a gfährliche oide!"
( = bitte um ruhe. ich geruhe zu ruhen. und es ist zu beachten, dass ich keine dumme alte person bin, sondern eine gefährliche !)

da putzmunter, legte ich die cd 7th symphonie von apokalyptica auf, öffnete das fenster zur strasse und drehte volle lautstärke auf.

meine stereoanlage ist schwächer als jene vom lieblings-nicht-enkel, aber bissi was kann sie schon...

ja und heute dann.
wieder alle da.
ich raus zu den moped-besitzern:
"tag. i hab nix gegen junge menschen.
i hab nix gegen musik.
i hab nix gegen spass.
ABER ICH HASSE MOPEDMOTOREN.
niemand lebt allein.
ok ?"

die jungen männer staunten.
dann:
" sie haben einen ausgezeichneten musikgeschmack. wir werden leise mit den mopeds sein."
sowas von hochdeutsch vorgebracht, kaum zu glauben.
;)

später dann, ich wühlte im vorgarten in der erde. konnte ich schmunzelnd hören:
"die alte dame ist stärker als wir. und irgendwie cool."

echt: ich wusste nicht, dass mopeds sooo leise gestartet werden können und sooo leise fahren...

geht doch.
:)

Donnerstag, 10. März 2011

vom auftauchen

zuerst:
zerfledderte segel in rauer see.
die ganze palette von hilfloser wut, trauer, ärger, angst, tränen.
wut auf sich selbst.

dann:
abwettern.
sich verzeihen. mit sich selbst aussöhnen.
hilflosigkeit zulassen, ausleben, hilfe suchen, finden, annehmen.

ins wasser springen.
sinken.
noch tiefer sinken.
am grund ankommen.

letzte kräfte mobilisieren, abstossen.

tatsächlich:
es schaffen. luft gierig einatmen, ans ufer gelangen, erschöpft erwachen.
voller erstaunen feststellen: am leben sein. und wie auch noch.

endlich:
ruhig schlafen, entspannt aus der quelle trinken.
die glitzernde muschel sehen.
ein feuer machen.

SEIN.

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heute war ich im kasino.
reingewinn: euro 150

ich spare auf eine ballon-fahrt über wien.

Dienstag, 8. März 2011

was ich (laut) höre, möglichst (viel)lese, dauernd (gerne)mache

a) trans-siberian orchestra, night castle

b) ich hab dir nie einen rosengarten versprochen
meine psychose, mein fahrrad und ich
kleine gärten
aphrodite - eine feier der sinne
die geheimnissvolle welt der zauberpflanzen und hexenkräuter
marder, rose, fink und laus
eine handvoll leben
leben, um davon zu erzählen

c) lama-trekking
hunde-bespassung
garten-pläne
SEIN
schlafen

Montag, 7. März 2011

...

vom wünschen.

es beginnt damit, sich einen ahninnen-topf anzulegen.
(luisa francia verrät in ihren büchern auch dies)

dann denke man lange und intensiv darüber nach was denn eigentlich, es ist ja viel leichter rauszufinden was man NICHT will.
;)
dafür brauchts zeit. reichlich zeit. bei mir sehr reichlich zeit. weil erst mal angefangen, schon wird der denkprozess durch eine seelen-krise unterbrochen.
die themen sind vielfältig wie wir wissen, irgendwas ist ja immer.

krisen haben ja priorität, es muss - eigentlich sollte - sich erst mal um die krise, das wirkliche thema dieser, also die wahren gründe, gekümmert werden.
bei mir heisst das:
spaziergänge helfen da, bewegung in der natur, schlaflose nächte, frustiges fressen von ungesundem frass, öffnen und leeren von weinflaschen, nikotin nicht zu knapp, sublimierungen, wiedergutmachungen eben dieser, wut, trauer, hilflosigkeit, der ganze quatsch halt.
dann die freundinnen, die schicksalsergeben zuhören, rat geben (vorsichtig und klug), weinflaschen öffnen, diese mit einem leeren, vor allem DA SIND.
sodann müssen decken, die auf den kopf zu fallen drohen, befestigt werden.
nächste station: sudern.
per mail zb. , persönlich und direkt an den richtigen küchentischen mit den richtigen freundinnen, ich nenne das dann den insel-besuch.
diese mails an die richtigen menschen senden, dieses gejammere den richtigen menschen zumuten, hilfreiche antworten bekommen von weit weg, weniger weit weg, nah, dann
heulen. im schlaf vielleicht auch zähneknirschen.
krise benennen, ehrlichkeit zulassen, wieder schlafen können.
dazwischen trotz allem den ganz normalen wahnsinn des alltags irgendwie
hinkriegen.

gedanklich drei schritte zurückgehen, sich zeit lassen, um dann wieder

an die wünsche zu denken.

da vergehen schon mal wochen. wurscht. blunzenwurscht.

wieder halbwegs im lot, ins fitness-center gehen, die ernährung umstelle n, wasserflaschen öffnen, zigaretten-konsum minimieren.
die bronchitis ausheilen.
den ganz normalen wahnsinn des alltags wieder ausgeschlafen angehen.

ein paar tage urlaub machen.

dann: mit dem nachdenken wieder anfangen. schliesslich weiss man aus erfahrung, dass wünsche manchmal - in meinem fall quasi immer - in erfüllung gehen (können).
das kann schon mal ins auge gehen, zackwumm, ich könnt geschichten erzählen darüber... lass ma das. besser so!
;)

also gut. die wünsche sind im kopf formuliert.
und zwar so, dass die erfüllung dieser nicht unangenehm wird. hoffentlich hab ichs klar genug gedacht.
dann ist es recht einfach:
musik, düfte, eine ruhige nacht, ein feuer im hof, räucherwerk, tee, ruhe, zeit.

na dann schau ma mal.

praktischerweise ist kein porto nötig.
manitou ist gross, wie ich scherzhaft sage.

dann ist der ganz normale wahnsinn des alltags wieder federleicht.
so wie jetzt grad.
liegt aber nur an der betrachtung.

alles selbst gemacht. alles selbst gedacht.
und niemand hat mir einen rosengarten versprochen.
leider.
;)

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