Freitag, 19. Februar 2010

tante madelaines gut erlschachen in tullnerbach

in den 50ern

die sonnenblume meiner kindheit, tante trudi

aufgenommen 1958 in purkersdorf bei wien

was ich gerade höre

alfred brendel
spielt
beethoven
klavierkonzert no. 5

Donnerstag, 18. Februar 2010

trudi

die jüngste schwester meiner mutter hiess gertrude, trudi genannt.
sie war meine lieblingstante.
im alter von 3 jahren erkrankte sie an gehirnhautentzündung und verlor dabei ihr gehör.
eine hingebungsvolle lehrerin lehrte sie mithilfe eines spiegels und viel liebe so zu sprechen, dass trudi nicht als gehörlose behinderte gesehen wurde, sondern als chice französin. ihr akzent war bezaubernd.
sie las perfekt von den lippen ab, nur mit ihren freundinnen und freunden vom gehörlosen-verein unterhielt sie sich in gebärdensprache.

erst mit 30 zog sie in wien in eine eigene wohnung, erst mit anfang 40 fand sie den mann ihrer träume. fritz, ebenfalls gehörlos, liess sich sofort scheiden, zog aus dem grossen haus in trudis kleine wohnung, machte den führerschein, erwarb an der donau einen grund, stellte einen wohnwagen auf, pflanzte hohe hecken und verbrachte mit trudi möglichst unbekleidet den sommer am fluss.

dadurch kam ich in meiner kindheit in den genuss einer kinderlosen, alleinstehenden tante, die mich feinfühlig liebte.
ich konnte sie nicht anlügen, ich brauchte sie nie anlügen. wenn ich es doch tat, lachte sie, sagte "jetzt lügst du, aber das macht nichts !" und zauberte jede woche ein micky-maus-heft hervor, liess mich an ihrer vorliebe für gute stoffe teilhaben, ich durfte sogar mit ihrer sammlung schöner knöpfe spielen. sie war handweberin an einem klappernden hölzernen webstuhl.

für kinder machte sie sich gerne und immer zum clown, in herrlichen selbstgeschneiderten kostümen war sie der höhepunkt jedes kinderfaschings.
ich begleitete sie mit leuchtenden augen, wenn sie perfekt kostümiert mit der strassenbahn zu einer freundin fuhr, unterwegs schabernack trieb, zuckerln verteilte und eltern verblüffte.

fritz liebte sie heiss und innig, genauso wie sie ihn. ihre trauer war tief, als er bald nach seiner pensionierung starb. voller wut, dass er sie alleine liess, musste sie sich neu orientieren. gab das grundstück am fluss auf, verkaufte sein auto, veränderte ihre wohnung.
dann wurde sie im fkk-teil des wiener gänsehäufels eine institution.
erwarb eine dauerkabine, einen grossen lila sonnenschirm, ein neues gemütliches campingbett und verliess ab mai zeitig am morgen ihre wohnung und bezog ihren stammplatz im bad, neben dem kinderspielplatz. lachend hob sie den vorteil hervor, auch bei grösstem kindergeschrei ruhig schlafen zu können. abends gehörte sie zu den letzten gästen, die zur strassenbahn gingen.

sie las viel, ging gerne aus, liebte taxi-fahren, lange wanderungen im schnee, junge menschen, hunde, gutes essen, den heurigen.
alle mochten sie, ihr feines gespür, ihre wärme, ihre positive art, ihren humor.
wenn ich mich bei ihr, der sonnenblume, über meine zitronige mutter beschwerte, zuckte sie die schultern, meinte "es ist halt so. sie hat es sicher schwer". meistens gingen wir dann eis essen, ins blaue salettl der kleinstadt, in der ich aufwuchs. oder ins kino daneben.
leben und leben lassen - das war ihre devise.

mit 75 jahren rief sie eines tages die rettung und liess sich ins spital bringen.
die ärzte meinten, eine herzoperation wäre notwendig.
auf dem weg vom krankenzimmer in den OP verstarb sie, unbemerkt, leise, effektiv.
ihre eigenartigerweise geordnete und geputzte wohnung räumte ich später tränenüberströmt aus.

Dienstag, 16. Februar 2010

...

symmetrie

als eigensinnige, trotzige tochter, deren erstes wort angeblich NEIN ! war, lernte ich mit 10 jahren das tägliche bahnfahren.
selbstverständlich mit vaters hilfe, der meine panik verstand.
das damoklesschwert "vollinternat" schwebte über mir.
mehrere familienkonferenzen folgten.
ich schwor ernsthaft heilige eide: niemals, nie, nie, nie, morgendliche diskussionen über sinn und zweck des zeitigen aufstehens anzuzetteln. immer, ja immer, auch bei wind und regen, überschwemmungen, schneestürmen etc den morgendlichen zug rechtzeitig alleine zu besteigen.
unter keinen umständen, auch nicht bei vorgeschobenen oder echten krankheiten, früher als nach ende des halbinternats heimzufahren.
daheim das wort hausaufgabe nicht zu erwähnen. schulutensilien und kleidung alleine und vollständig herzurichten.
mutter glaubte mir.
vater übte mit mir.
mit seiner hilfe schaffte ich das schier unmögliche:
ich wurde in der privaten wiener klosterschule nur mit halbinternat angemeldet, konnte also alleine in meinem zimmer schlafen, umgeben von den mir so wichtigen möbeln und dingen.
konnte an den wochenenden mit vater blödsinn treiben, zu tante madelaines gut erlschachen fahren, die tiere besuchen, die geliebten menschen sehen. nicht nur in den ferien.

am ersten schultag begleitete er mich. sprach mir mut zu, scherzte, ging zur feier des tages mit mir ins cafe westend frühstücken.
vor dem grossen tor kniff er mich in die wange, raunte: glaub ihnen nicht alles, bewahre dir dein kritisches ohr!, übergab der schwester pförtnerin einen kleinen blumenstrauss und schob mich durch die gläserne schwingtür.
ich schaute noch einmal zurück und weinte.

alles war fremd. ich kannte niemanden und fühlte mich sehr klein und sehr allein.
bald kannte ich mich im alten gebäude hervorragend aus, erforschte hintertreppen, öffnete verbindungstüren, tauchte in den schlafräumen der nonnen auf, wanderte durch lange kellergänge, wusste, wo und wie die kleidung der schwestern gewaschen wurde, beäugte interessiert deren unterwäsche, die zum trocknen im (separierten) klostergarten trocknete.
dort gefiel es mir am besten. die schwester gärntnerin mochte es, wenn ich nachmittags durch die kleine tür huschte und beim giessen neben ihr war.
natürlich bat ich meinen vater für mich auszusagen, als die gestrenge schwester oberin nach meinen eltern verlangte.
mein unerlaubtes verlassen des schulkomplexes erklärte er damit, dass ich möglicherweise interesse daran hätte, selbst einmal nonne zu werden und erwirkte erfolgreich milde statt strafe.
er musste einige male mit schwester oberin diskutieren, konnte sie immer überzeugen, wurde irgendwann ein gerne gesehener vater in ihrem büro.
trotzdem wurde ich lange und streng ermahnt. ich liess manches bleiben.

also entdeckte ich die klosterkirche für mich. dort konnte ich nachmittags ungestört und erlaubterweise alleine sein, es gab viel zu sehen, zu riechen und manchmal auch zu hören. die orgel begeisterte mich.
so überstand ich vier jahre.
dann durfte ich - sie können es sich denken - mit vaters hilfe in die banale, weltliche, öffentliche, ordinäre handelsschule wechseln.
ich wollte so schnell wie möglich eigenes geld verdienen, tun und lassen was ich wollte. auch diese übung gelang.
statt tierärztin wurde ich sekretärin.
"naja, immerhin mit maturaniveau."

seit dieser zeit hege ich aber eine ungetrübte liebe zur symmetrie, ich arrangiere auch im elfenhäuschen immer wieder quasi kleine altäre.
wenn es dann auch noch nach pfingstrosen und schmierseife riecht lehne ich mich zurück und meditiere.
man kann mich einen klerikalen freigeist nennen.

Montag, 15. Februar 2010

fasching

wie es sich für einen echten unverfälschten freak gehört, finde ich nicht nur die stillste zeit im jahr zu laut, nein, auch die lustigste zeit deprimiert mich eher.
wenn morgen allerlei menschen in seltsamer gewandung ihrer arbeit nachgehen, dabei pappnasen nicht mehr aus pappe, sondern aus plixi-plaxi sind, zuviel getrunken und über schlechte witze zu heftig gelacht wird, dann geh ich in den keller.
nicht um zu lachen, sondern um endlich die wasseruhr abzulesen, damit ich die gemeinde mit meinem beitrag sponsern kann. durch mein doch eher exzessives baden in der gemütlichen elfenwanne wird meine vorschreibung ansehnlich sein...

was lob ich mir doch heitere nächte in fremden städten, wo trotz traurigkeit lachtränen schimmern, über ohrfeigen philosophiert wird, wegstrecken in umgefallenen häusern gemessen, parkplätze nach der höhe der strafzettel gewählt werden und es nizza auch im norden gibt.

ich habs immer schon gewusst: reisen bildet.
die hessen sind wirklich nicht lustig.
aber ausnahmen bestätigen die regel.
wieder einmal gilt der weise ausspruch (leider nicht von mir):
es gibt solche und solche.

Donnerstag, 11. Februar 2010

nizza im winter

der blick auf den fluss

die nächtlichen gespräche

verständigung durch blicke

kein einziges missverständnis

heiterkeit trotz tiefer trauer

zeitphänomene

eine neue geschäftsidee, die alle probleme löst

beef tartar mit menschen essen, die zu sehen ein gefühl der wärme hinterlässt

noch nie gehörte wegbeschreibungen, die keine fragen offen lassen

dank mister me ausschliesslich friedliche hunde (ausschliesslich ! freundliche ! entspannte ! hunde !)

grantige radfahrer, die nicht wissen, dass sie nur durch meine gute laune nichts von der neuen geschäftsidee erfuhren und meine gütigen beruhigunen wegen ihrer sicher bestehenden erektionsprobleme zu hören bekamen.

im zug ärgerte ich mich zwischen linz und wien ein wenig über mich, weil ich eine frage mit strahlendem "weiss ich NICHT !" beantwortete.
obwohl nur klitzekleines nachdenken geholfen hätte. selbstverständlich kenne ich die zeilen aus der göttlichen komödie...
soll sein, ich war zufrieden und etwas träge.
sofort war der kleine ärger über mich verflogen, als ich mehrere leise telefonate einer hinter mir sitzenden sympatischen frau anfang vierzig mithören konnte:
zuerst scherzte sie mit ihren kindern. dann besprach sie freundlich mit ihrem mann die organisation der nächsten tage. sodann informierte sie ihre freundin und gab glucksend bescheid.
um anschliessend ihrem liebhaber völlig losgelöst das baldige kommen ankündigte, begeistert seine zubereitung des essens kommentierte und die wahl der getränke lobte.
in neulengbach ging sie an mir vorbei, sie machte sich etwas frisch, obwohl sie rosig und strahlend schwebte. ich tat so als schliefe ich.
die zweite dose prosecco, die ich mir für die ankunft aufgehoben hatte, nahm sie lachend an, als ich sie ihr wortlos beim aussteigen hinhielt.
zen und die kunst des seitensprungs!

in hütteldorf speiste mister me anmutig, dafür musste ich ihn wecken, er schlief die ganze rückfahrt zufrieden unter meinem sitz. nach einem kurzen rundgang um den westbahnhof fuhren wir weiter, sein auto stand dort wo wir es vor einigen tagen abstellten, er bezog seinen winterplatz unter meinem ledersattel.
im elfenhaus wurde die katze begrüsst, die gar nicht beleidigt war, nur etwas rundlicher.
ja und heute morgen bemerkte ich, es spielt überhaupt keine rolle, wenn reste des fischfilets vom vorigen abend mehrere stunden auf nur fast ganz abgedrehter herdplatte vor sich hin schmurgeln. es wurde von mister me gerne als frühstück genommen.

Mittwoch, 10. Februar 2010

es handelt sich um liebe !

Mittwoch, 3. Februar 2010

mariä lichtmess

das war gestern.
mit sonnenschein.
laut alter bauernregel gibt das hinweis auf einen langen winter.
hm.
aber die sonne macht am 2. februar "einen sprung", so heisst es.
deutlich längere tage! wie fein...
längere wanderungen über die felder, erquickend und fein.
ah !

die reisetasche steht bereit, nur mehr 4 mal schlafen, dann tritt mister me seine erste bahnreise an.
und ich bin nach längerer zeit endlich wieder unterwegs.
diese einladung kam wie gerufen!
(wenn ma da gibt, dann nimm !!!)
:)))

ich bin ein glückspilz !!!

Dienstag, 2. Februar 2010

so ein glück !

sehr bald werde ich in einem zug sitzen und in die landschaft schauen.
mister me bekam einen chip unter die haut damit er mich begleiten darf.
selbstverständlich reise ich unter tags mit der möglichkeit, mehrere stunden im bordrestaurant zu verbringen.

dass ich ZIRKUSKIND - JOHN IRVING - ausgelesen habe entzückt mich:
ich kann beruhigt beim reisen aus dem fenster schauen...
:)
bücher, die mir gefallen, werden gelesen, selbst beim vergnügen des bahnfahrens.
deshalb beginne ich gar keines mehr bis zu meiner abreise.
;)

*freut sich schon wie eine schneekönigin auf nächste woche !*

Sonntag, 31. Januar 2010

lao tse

ich treibe dahin wie die wellen des meeres,
ohne richtung, wie ein wind, der nie verebbt.
die andern haben alle ein ziel,
ich allein bin unwissend und ungebildet.
ich bin anders als alle andern,
aber die große mutter
hegt und pflegt mich.

Samstag, 30. Januar 2010

reaktionär

die junge dame, die mich als wahloma adoptierte, bezeichnete mich und ihre mutter zu meiner freude nach dem heurigen schulball als "cool peinlich."
ein herrliches kompliment einer siebzehnjährigen für mich.
der aktive besuch der disco durch uns scheint irgendwie gerade noch akzeptabel gewesen zu sein.
;)
da hab ich mir heute doch gleich 3 lila extensions machen lassen.
die junge frisörin lachte übers ganze gesicht bei meinen wünschen:
"bitte in lila, nur drei stück, es soll cool peinlich aussehen."
das tuts !

Donnerstag, 28. Januar 2010

geständnis




ich mag winter.

Dienstag, 26. Januar 2010

verwirrend !

meine kindheit ist gerade thema für mich:

einerseits sehr verwöhnt, andererseits überfordert, einerseits "höhere tochter", andererseits in gummistiefel mit opa im schrebergarten.
(beides genossen !)
die vornehme grossmama väterlicherseits, der erdige opa, ein eisenbahner, mütterlicherseits.
(beide geliebt, beide bewundert !)
der opa war immer da, zu dem lief ich nach der volksschule, fütterte seine hühner, zog mit ihm den handkarren, um holz aus dem wald zu holen und frisches gemüse aus dem garten neben dem bahnhof.
half ihm beim kochen, liess mir mit ihm lustige, ausgefallene namen für gute, einfache gerichte einfallen, sass mit ihm und omi am küchentisch, mochte die gabel mit dem holzgriff.
trug im sommer die kurzen lederhosen meines älteren bruders auf und war ein kleiner wildfang mit zöpfen.

grossmama wohnte 400 km entfernt, wurde in ihrem stadthaus mit garten besucht, und eine andere welt erschloss sich mir.
wie es sich für eine baronin gehörte, läutete sie dem mädchen um zu speisen. hob oft eine augenbraue wenn sie mich beobachtete , um mir dann freundlich zu zeigen "wie mans richtig macht."
ich trug dann das rote taftkleid, die haare in stoppellocken mit schleife, weisse strümpfe und schwarze lackschuhe.
ich mochte das polierte silberne besteck und war ein braves, anmutiges kind.
sehr selten kam sie auch zu uns auf besuch, lachte mit und wohl auch über opa, der ganz selbstverständlich wie immer war, genauso wie sie.
in diesen tagen war ich möglichst unsichtbar, entweder spielte ich mit unserem hund in der hintersten gartenecke oder ich bettelte so lange, bis ich bei meiner schulfreundin schlafen durfte.
meine eltern waren beschäftigt, mutti noch chicer als sonst, oper und burgtheater standen auf dem programm, der cobenzl, die landpartie nach gumpoldskirchen.
wo mein bruder in dieser zeit war weiss ich nicht. der kommt irgendwie nicht vor in diesem erinnerungs-segment.
bei ihrer abreise machte ich einen schönen knicks, wurde auf die stirn geküsst und roch ihr feines körperpuder.
das pendeln zwischen diesen unterschiedlichen welten beherrschte ich sehr gut, aber ich fühlte mich weder der einen, noch der anderen so richtig zugehörig.
nicht fisch, nicht fleisch.

bei tante madelaine und onkel lois auf ihrem gut, das sie bauernhof nannten, da war ich wirklich daheim. sie eine ausgebildete sängerin, ihr vater, den ich opapa nannte, ein ehemaliger kunsthändler, die mutter ein opfer des regimes im dritten reich. aus ihrer karriere als sängerin wurde nichts. onkel lois war erster geiger im innsbrucker stadtorchester und verlor in den letzten tagen des 2. weltkrieges seinen linken arm.
opapa besass im wienerwald in einem naturschutzgebiet bei pressbaum 7 ha grund und ein klassizistisches landhaus für den sommer. dort zogen sich die beiden zurück, nicht mehr ganz jung, tante madelaine geschieden, onkel lois jünger als sie und ledig. sie heirateten, bauten dazu und versuchten sich in landwirtschaft. sehr erfolgreich übrigens. ich wich ihnen als kind kaum von der seite, fasziniert von den versuchen, wie und womit der lebensunterhalt gesichert wird. sie probierten viel, lernten aus büchern und gaben nie auf. nach der phase der schafe, der truthähne, den schweinen, landeten sie schliesslich bei der aufzucht von kälbern. fütterten die tiere biologisch, tante madelaine übte arien beim melken, onkel lois mit seinem absoluten gehör feilte an jedem ton, während er die heugabel schwang. sie stritten viel, versöhnten sich immer dramatisch, lachten gerne.
wenn onkel lois in depressionen verfiel schickte ihn tante madelaine für ein paar tage nach tirol, er kam immer sehr bald zurück, brachte ihr ein geschenk mit und der ganz normale wahnsinn begann von vorne.
sie liebten einander sehr.
nach der stallarbeit und dem bad wurde immer im salon klassische musik gespielt. freunde von den philharmonikern kamen manchmal mit ihren instrumenten auf besuch, es wurde diskutiert und musiziert.
unvergessliche kaffeejausen unter dem grossen kirschbaum, die kühe auf der weide, die hunde, die katzen, das alte geschirr, die zimtschnecken...

ich wundere mich nicht, so anders zu sein, so ... dazwischen, so mal so und mal so, ich habs gut hingekriegt, keine frage. aber oft tu ich mir schwer meinen platz zu finden, mehr als das beste daraus zu machen ist ja nicht möglich.

und von meiner lieblingstante trudi erzähle ich ein anderes mal.

Sonntag, 24. Januar 2010

das leben, ein langer ruhiger fluss ? HAHAHA

ich weiss, wie man geburtstage feiert.
leider.
das kleine mädchen in mir weiss es ganz genau.
es pocht(e) sogar auf das vermeintliche recht darauf.
jahrzehntelang.
trotz langer und teurer therapie seinerzeit, die viel einsicht brachte und der therapeutin ein neues auto, könnten die männer meiner gescheiterten beziehungen wochenlang in selbsthilfe-gruppen über meine ansprüche, meine frustationen, meine kränkung, die nachfolgenden aggressionen und keifenden streitereien klagen.
vor allem ist die gestaltung dieses einzigartigen, herrlichen, bunten, zum glück jährlich wiederkehrenden tages REINE MÄNNERSACHE !
es beginnt damit, dass man möglichst an einem feiertag geburtstag hat, so wie in meinem fall.
keine schule, keine beruflichen verpflichtungen des erzeugers.
der geburtstags-mensch steht ab dem augenblick des erwachens im alleinigen mittelpunkt des interesses. bis zum schlafengehen.
tappt also ins bad. hört dabei festliche musik aus dem wohnzimmer (vorzugsweise telemann).
erscheint im bademantel zum "großen erweiterten frühstück".
festlich gedeckter tisch. brennende kerzen. der eigene platz mit der besonderen tasse blütengeschmückt. ein polsterl am sessel.
heiteres geplauder, rückblick, vorschau, wünsche. alles positiv.
sogar die mutter benimmt sich wie eine, verlangt von der überforderten tochter nicht mutter-sein, hat den frust verdrängt, unter dem sie durch vaters leichtigkeit des seins leidet. (lebenslust, interessen, karriere, geliebte...)
das kind konnte das nicht sehen, wollte es nicht sehen.
durch die lange und gute therapie, später dann im leben, gab es offene augen, mehr verständnis und die demontage des vater-podests. aber tief drinnen blieb trotzdem das kindliche weltbild samt prinzessinnen-ego.



zurück zum eigentlichen thema:
in der ecke des zimmers DER TISCH. der geburtstagstisch. geschmückt, eh klar. viele packerln. eh klar. geschenkpapier, schleifen, kerzen, blumen: farblich abgestimmt. eh klar.
nach dem frühstück auspacken. freude darüber, dass wie jedes jahr fast alles dabei ist, was ein "jö, das ist aber schön !" während eines jahres dem kindlichen mund entwich.
dann die neuen textilien (immer dabei !) anziehen.
mittagessen auswärts, im restaurant. "bestellts euch was immer ihr wollt !" wird wörtlich genommen, eh klar.
mittagsschlaf bzw -ruhe am frühen nachmittag.
ausflug der ganzen familie unter berücksichtigung des gerade unglaublich wichtigen kindlichen interesses. dabei ausnahmsweise vorne, am beifahrersitz, thronen. eh klar.
ins kaffeehaus, zwecks jause.
abends besuch: lustige kluge menschen, musik, pikante häppchen, es wird später als sonst.
entzücktes lauschen der guten-nacht-geschichte, vorzugsweise ovid in altgriechisch. "erfreu dich am gleichklang der verse !"
die brennende kerze wird später ausgeblasen.
das kind ist zufrieden.

so. und wer bitte schüttelt sowas aus dem ärmel, kann es sich leisten, hat spass an der organisation? lässt sich jedes jahr etwas neues, immer passendes einfallen ? na, wer ?
(nicht zu vergessen: es ist reine männersache !)

auch eine glückliche kindheit macht später im leben probleme.
es ist wirklich schwierig.
:)

Freitag, 22. Januar 2010

schrullig, zickig, trotzig

sie haben uns die sommerfrische, den mittagsschlaf und den frühjahrsmantel genommen.
und die langsamkeit, das bedächtige schlendern, das zeit-lassen.
den greissler, das kleine fachgeschäft, den bummelzug.
vielleicht sogar die jahreszeiten.
die "richtige", also gleichbleibende uhrzeit.
undsoweiterundsofort.

BÄH !!!

empfehlung

der papalagi
die reden des südseehäuptlings tuiavii aus tiavea

dtv

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