kennen sie das?
man braucht sie und schwuppdiwupp
bekommt man sie.
die richtigen worte an die richtige adresse richten - und, hast du`s nicht gesehen - schon ist sie da.
die hilfe.
manchmal sogar ohne worte, einfach so.
die falschen worte an die falsche adresse schicken - nichts. ausser (bestenfalls) wischiwaschi-antworten.
dann je nach befindlichkeit: enttäuschung, wut, kränkung, ohnmachtsgefühle.
wann lernen wir endlich zu erkennen wer richtig ist und welche worte die richtigen sind? wer gerade nicht passend ist oder nie passend sein wird oder nicht passend sein kann oder einfach völlig unpassend ist, sowieso und eh immer.
welche formulierung angebracht ist, welche nicht?
können wir nicht oder wollen wir nicht oder sind wir zu unkonzentriert oder was isses sonst?
vielleicht ist mehr augenmerk darauf zu legen, wer wann wofür passend ist.
dann passt es sicher.
datja - 3. Dez, 21:46
es erschüttert mich vieles.
zb die feigheit.
die treibt ihr unwesen. breitet sich aus. füllt nischen, zwischenräume.
findet raum. auch bei mir.
weg, verpsiss dich, der mut ist eingeladen !!!
komm, mach dich breit.
kannst auch leise sein, aber schau dich um und sei dagegen.
datja - 3. Dez, 00:58
Basilisk nebst Drachenfräulein
datja - 26. Nov, 15:35
manchmal muss das drachenfräulein hart arbeiten.
so auch heute: der depressive klient, der nimmer weiss wo wann und warum er ist (obwohl noch nicht mal 50), mag missis jones, und sie ihn.
deshalb hund ins auto gestopft und ab die post.
wie immer bei dienstlichen einsätzen beweist sie ihre sensibilität und benimmt sich zurückhaltend, legt anmutig ihren kopf auf diverse knie, bettelt zurückhaltend, sabbert nicht, tänzeld bezaubernd, wedelt, volles programm.
beim verlassen des heimes sieht sie eine katze im park. die flexi-leine rauscht durch meine hand, ein bündel energie voller muskeln überschlägt sich, blut rinnt mir runter.
selbst schuld: VORHER in den wald gehen und energie wieder nicht zur stromerzeugung nutzen, das ist angesagt!
leben ist lernen.
datja
datja - 26. Nov, 10:37
die elite-uni steht im grossen park, die alten bäumen sind beeindruckend, die architektur bezaubernd.
bis vor einigen monaten war das areal von ver-rückten bevölkert, die dort wohnten, lebten, malten.
der putz bröckelte hier und dort, die mauern erzählten so manche geschichten, veraltete technik machte zwar immer wieder kummer,konnte aber bedient werden. eine jede und ein jeder kannte sich aus und war dort daheim.
es wurde ihnen weggenommen.
umgewidmet. verändert.
bitte mich nicht falsch zu verstehen: bildung ist wichtig, studieren erstrebenswert, eliten sollen lernen und lehren.
aber das neue haus für die ehemaligen bewohner, das schon jetzt mehr als ausgelastet ist - viel zu klein, viel zu neu, viel zu - sauber. ja, ZU SAUBER. steril geradezu.
die unsichere klientin, die ich für 12 wochen therapie hinführte stand verloren in der eingangshalle und zitterte.
aus der gewohnten umgebung des behinderten-wohnhauses herausgenommen war sie auf einmal soviel kleiner , soviel schwächer.
da half auch das stofftier nichts, das sie an ihre brust drückte.
ich liess mir ihr zimmer zeigen und half beim einräumen der persönlichen dinge. es fröstelte mich. kalt war es nicht, die heizung perfekt, die fenster gross, wenn auch nicht zu öffnen, die farben beruhigend. das bett frisch, der sessel bequem.
aber alles so sauber. leicht zu reinigen heisst das wohl. da traut sich kein keimchen rein, da flüchtet jedes staubkorn.
alle türen gleich. ich wollte einen zettel aussen anbringen, mit ihrem namen, das durfte ich nicht. (längst habe ich in meinem rucksack allerlei wichtiges bei mir, so wie gute mütter mit kleinkindern bin ich unterwegs, es spart zeit und nerven !)
jeweils 4 zimmer haben ein WC und ein bad. unnötig zu erwähnen wie sauber alles ist. aber auch diese türen sehen gleich aus. keine schilder dran, selbst lesen können hilft da nichts. und nicht alle können lesen, es gibt mehr erwachsene ohne diese fähigkeit als man glaubt.
ich fand einen kratzer an der WC-tür und einen beim badezimmer. das habe ich der klientin gezeigt. damit nicht auch noch "inkontinent" in ihrem akt steht.
"irrt durch die gänge", "liegt in fremden betten", "öffnet fremde kästen", "hat gestohlene kleidung an" reicht doch wohl.
bedarfsmedikation ist in solchen fällen bestimmt zu rechtfertigen.
ich bin wütend und traurig.
warum müssen alle und alles gleich sein, klinisch sauber, pflegeleicht, ruhig?
es ist schlimm.
daheim betrachtete ich die spuren der verwüstung, die meine hunde in meiner abwesenheit anlegten, eine packung papierservietten gibt ganz schön was her.
und hoffe, nie in die situation zu kommen in der die klientin jetzt ist.
es wird ziemlich anstrengend sein, sie nach ihrer rückkehr wieder zu entspannen.
datja
datja - 26. Nov, 08:58
heute bin ich wieder erholt.
es geht noch immer so schnell: erschöpfung verschwindet mit 12 stunden schlaf. gut zu wissen!
mit der chefin jänner-urlaubstage besprochen. damit es im neuen jahr mit altem schwung weitergehen kann.
schuhe geputzt, bett überzogen, geschirr gewaschen.
fleissiges lieschen gespielt.
jetzt endlich um die winterreifen kümmern, und weiter geht die wilde jagd.
alle klienten gut im griff, die hunde brav, visionen vorhanden, zuversicht reichlich.
geht doch!
advent, advent, die datja rennt.
datja - 25. Nov, 09:43
gestern endlich das projekt "adventzauber installieren" abgeschlossen.
das grosse firmenhaus fertig dekoriert.
es leuchtet, glitzert, dufted.
augen strahlen.
alle lamperln brennen.
meine füsse auch.
am sonntag eine 55-stunden-arbeitswoche erschöpft beendet.
mit den hunden im ersten schnee getollt, die frische luft genossen, den freund müde angelächelt, ins bett gefallen.
einen entschluss gefasst und bekanntgegeben:
heuer gibt es privat null advent, doppelnull weihnachten.
(ohnehin dienst vom 24. - 27.12.)
sylvester wird auswärts verbracht.
gekocht wird nichts von mir, gegessen aber schon.
sekt lasse ich mir reichen.
genug ist manchmal genug.
ich brauche keine geschenke, ich schenke auch nichts.
weniger ist mehr !
bei ermüdungserscheinungen zur nachahmung empfohlen.
vielleicht ist der jänner die stillste zeit im jahr?
datja - 24. Nov, 10:40
hannes wader
deutscher liedermacher
heute hier, morgen dort
heute hier, morgen dort,
bin kaum da, muss ich fort,
hab mich niemals deswegen beklagt,
hab es selbst so gewählt, nie die jahre gezählt,
nie nach gestern und morgen gefragt.
manchmal träume ich schwer,
und dann denk ich es wär
zeit zu bleiben und nun
was ganz andres zu tun.
so vergeht jahr um jahr,
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt, dass nichts bleibt,
wie es war.
dass man mich kaum vermisst,
schon nach tagen vergisst,
wenn ich längst wieder anderswo bin,
stört und kümmert mich nicht,
vielleicht bleibt mein gesicht
doch dem ein oder andern im sinn.
refrain:
manchmal träume ich schwer
....
fragt mich einer, warum
ich so bin, bleib ich stumm,
denn die antwort darauf
fällt mir schwer.
denn was neu ist, wird alt,
und was gestern noch galt,
stimmt schon heut oder morgen nicht mehr.
refrain:
manchmal träume ich schwer
....
datja - 19. Nov, 16:09